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11.02.2012

19:00

SF Söhre

-

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SF Söhre

-

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Vom Handballfeld aufs Fahrrad

Die Freitagsgruppe: Söhrer Ex-Spieler auch im Rentenalter noch fit

Söhre (mic). „Irgendwann konnten einige nicht mehr so richtig Handball spielen, der eine bekam es mit dem Knie, der andere mit dem Ellbogen“, erzählt Joseph Plitzko schmunzelnd. „Jetzt fahren wir Fahrrad, das können wir alle noch.“ Plitzko hat mittlerweile die Organisation der Fahrten übernommen, die der „ungekrönte Häuptling Trexler“, wie er scherzhaft von den anderen genannt wird, aus Altersgründen abgegeben hat. Kaum zu glauben, dass Männer, die bis zu 160 Kilometer lange Tagestouren mit dem Drahtesel machen, nicht mehr Handball spielen können. Fit wirken sie allesamt.
20 Mann zwischen 52 und 75 Jahren zählt die „Freitagsgruppe“, die es schon seit 1968 gibt. Der fröhliche Trupp ist ursprünglich aus Söhrer Handballmannschaften hervorgegangen. Die Spieler saßen allwöchentlich abends nach dem Training auf ein Bier zusammen. Seit 1987, als sie ihre erste Rad-Tagestour von Hameln nach Bodenwerder gemacht haben, stehen jedes Jahr zwei Touren auf dem Programm. „Die Fahrt mit den meisten Kilometern ging an den Bodensee. Da haben wir in acht Tagen 650 Kilometer geschafft,“ erzählt Rainer Bleckmann, mit 52 Jahren das „Nesthäkchen“ der Gruppe und einer der wenigen Zugezogenen.
Fast alle Teilnehmer kommen aus Söhre, nur zwei aus Diekholzen. Liebevoll haben sie Zeitungsausschnitte, Ansichtskarten, Fotos und Unterlagen gesammelt. Die Bilder machen deutlich, dass es bei den Unternehmungen auch um Kultur und Geschichte geht. So besichtigten die Söhrer zahlreiche Schlösser und Burgen, nahmen schon an einem Rittermahl teil und schauten sich auch eine Straußenfarm an. Allerdings weiß bei der lange vergangenen Zeit und der Menge der Touren manchmal keiner mehr so genau, wo das fotografierte Schloss eigentlich war. Obwohl das älteste Mitglied stolz erzählt, dass es schon kurz vor der goldenen Hochzeit steht, nehmen die Ehefrauen lediglich an der alljährlichen Braunkohlwanderung teil. Gemeinsame Männer-Traditionen werden ebenfalls mit der regelmäßigen „Winterwanderung“ durch den Wald am ersten Sonntag im neuen Jahr gefeiert. Die Reisen der fidelen Gruppe führten sie schon bis ins Elsass, drei Touren gingen bisher nach Ostdeutschland.
Dabei übernachteten sie wahlweise in Hotels oder Privatquartieren, wo sie oft mit anderen Sportlern, die dort ebenfalls untergebracht waren, gefeiert haben. Dramatisches blieb bei den Fahrten bisher weitestgehend aus. „Stürze gibt es immer mal wieder, aber einen richtigen Unfall mit Krankenhaus-Aufenthalt nur einmal. Der ist auch noch gar nicht so lange her“, berichtet Joseph Plitzko.
Doch das ist längst ausgestanden, der nächste Ausflug steht kurz bevor. Er läuft über fünf Tage. „Es geht über Bremen und Bremerhaven bis nach Otterndorf/Stade. Zurück werden wir dann mit der Bahn kommen“, freut sich Plitzko schon.
Aus der Truppe haben sich auch noch zwei Wandergruppen gebildet, die ebenfalls allwöchentlich gemeinsam unterwegs sind. „Und viele von uns gehen sogar gemeinsam schwimmen, um sich fit zu halten – und zwar täglich!“, merkt Plitzko noch stolz an. Sorgen mit Ellenbogen oder Knien mag es geben, den Spaß lassen sich die fröhlichen Söhrer nicht verderben.

 

Wenn sie mal ein „Rad ab haben“, packen alle mit an: Die ehemaligen Söhrer Handballer haben sich auf lange Radtouren verlegt und erkunden so das Land.

 

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 02.10.2006

 

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