Deutliche Abfuhr von vermeindlich leichtem Gegner, zweiten Herren kassieren herbe Niederlage in Herrenhausen

Für den Drittletzten der Verbandsliga Süd liefen die letzten fünf Spiele mit 1:9 Punkten nicht sonderlich erfolgreich, allerdings hatte die HSG Herrenhausen/Stöcken mit dem Abstieg nichts mehr zu tun, hier standen die HSG Rhumetal 2 und die SV Alfeld 2 schon seit einigen Wochen als Regelabsteiger fest. Ein Spiel also, in dem es um nichts mehr ging? Jedenfalls nicht aus Söhrer Sicht, denn mit einem Auswärtssieg ließe sich schließlich noch Platz 2 der Abschlusstabelle erreichen und das sollte Motivation genug sein, noch mal Vollgas zu geben. Für Söhres Trainer Florian Breitmeyer stellte sich allerdings das Problem, den Ausfall von Julius Valentin Bartels und Kilian Drees kompensieren zu müssen, wobei gerade in einem Spiel ohne Haftmittel, den Rückraumspielern, die auch den Durchburch erzwingen können, besondere Bedeutung zukommt.

In seinem letzten Spiel für die Sportfreude Söhre egalisiert Robin Skripalle auf der Kreisposition jeweils die Führung der Gastgeber. Auch für Christian Klaproth heißt es Abschied nehmen, im letzten Spiel seiner Handballkariere ist er erneut der Mann für die Strafwürfe und erzielt das 2:3 in der 6-ten Minute. Doch schon früh zeigen sich Abstimmungsschwierigkeiten in Söhres Deckung. Den Männern der HSG Herrenhausen/Stöcken gelingt ein fünf-null Lauf und Florian Breitmeyer sieht die Notwendigkeit, seine Jungs im Team Timeout in der 10-ten Minute wachzurütteln. Tim-Luca Kleinmann eröffnet für Söhre über halbrechts die Aufholjagd, Simon Kullig und Lucas Engelke legen vom Kreis nach. Beim Anschluss zum 9:8 in der 19-ten Minute sind es die Gastgeber, die zur grünen Karte greifen und für Söhre scheint das Spiel wieder auf Anfang zurückgesetzt zu sein. Die Einschätzung ist allerdings weit gefehlt, denn die Gastgeber zeigen bis zur Pause, wie man auch ohne Haftmittel druckvoll spielt. Sobald die Angreifer der HSG nicht auf acht Meter angegriffen werden, besteht Abschlussgefahr oder es wird der Durchbruch erzwungen. Söhres Möglichkeiten ergeben ausschließlich über links außen. Bjarne Breitmeyer erzielt einen, Jonathan Dumke zwei Treffer über diese Position, allerdings sind drei Treffer in acht Minuten zu wenig, wenn man sich im gleichen Zeitraum hinten sechs Buden einhandelt und so muss Söhre mit dem 20:13 schon einen klaren Rückstand mit in die Pause nehmen.

Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Mehr als ein Aufflackern in Einzelaktionen hat Söhre heute nicht zu bieten. Zwar kann sich Moritz Fürmeier im eins-gegen-eins zum 20:14 durchsetzen, doch im Anschluss muss Marvin Engelhardt gleich zweimal hinter sich greifen. Die Lücken für ein erfolgreiches Angriffsspiel wären eigentlich dar, zumal sich die Gastgeber entschieden haben, Julian Modrejewski in Manndeckung zu nehmen, doch es fehlt anscheinend der Mut, selber mal durchzugehen. Stattdessen setzen die Gäste weiterhin auf Kreisanspiele, doch nur selten kommt der Pass auch beim Kreisläufer an, wie in der 35-ten Minute, als Robin Skripalle das 23:16 erzielen kann. Wenn Söhre mal erfolgreich gegenhält, dann über die linke Seite. Mit Jonathan Dumke, Bjarne Breitmeyer und Joey Wattenberg sind die Gäste auf der Außenposition sehr gut ausgestattet und alle drei können ab der Halbzeit mindestens doppelt punkten. Beim Stand von 29:25 muss Robin Skripalle in der 48-ten Minute auf die Bank, trotz Unterzahl setzt sich Simon Kullig am Kreis durch und kann Söhre bei einem Rückstand von 4 Zählern weithin in Schlagdistanz halten. Noch einmal Auszeit durch die Gastgeber in der 50-ten Minute. Auch wenn die 32:27 Führung für die HSG Herrenhausen/Stöcken schon recht komfortabel ist, bei noch zehn Minuten auf der Uhr sollte es für die Gäste kein Grund sein, den Kopf in den Sand zu stecken. Das Spielgeschehen lässt allerdings genau das auf Söhrer Seite vermuten. Was da vor der Deckung der Gastgeber abgezogen wird, ist Idenlosigkeit pur. Es passt nichts zusammen, von zwingenden Toraktionen keine Spur. Innerhalb von fünf Minuten bauen die Männer der HSG Herrenhausen/Stöcken ihren Vorsprung auf 39:29 aus, da nützt es auch nichts mehr, dass Julian Modrejewski mit wiedergewonnem Freiraum noch zwei Treffer aus dem linken Rückraum erzielen kann. Bei Abpfiff steht ein für Söhre sehr ernüchterndes 42:31 auf der Anzeigentafel und statt dem erhofften Platz zwei in der Abschlusstabelle, bleibt mit Platz sechs nur eine Mittelfeldposition im Starterfeld einer sehr ausgeglichenen Verbandsliga Süd in der Saison 2025/2026 übrig.

Aufstellung: Julian Bogisch (TW), Justin Engelhardt (TW)), Marvin Engelhardt (TW), Lukas Bogisch, Joey Wattenberg (2), Björn Riesen, Bjarne Breitmeyer (3), Julian Modrejewski (4), Jonathan Dumke (6, 1), Simon Kullig (3), Moritz Fürmeier (3), Tim-Luca Kleimann (1), Robin Skripalle (4), Christian Klaproth (3 ,3), Lucas Engelke (2)

UB

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