Emotionslos in Emmerthal, zweite Herren kassieren derbe Auswärtsklatsche bei der TSG
Die Ausgangslage war nicht so schlecht, denn im Hinspiel hatten sich Söhres zweite Herren gegen die TSG Emmerthal mit vier Treffern Differenz durchsetzen können. Mit einem Auswärtssieg könnte man im Verfolgerfeld auf den MTV Geismar wieder vorne dabei sein, wären da nur nicht die ledigen krankheitsbedingten Absagen. Mit Moritz Fürmeier, Jonathan Dumke und Lucas Engelke fielen gleich drei wichtige Spieler für die Deckungsarbeit aus und Torwart Marvin Engelhardt hatte nach seinem Handbruch sowieso länger Pause. Positiv durfte dafür gewertet werden, dass Robin Skripalle trotz Umzugs nach Göttingen für den Rest der Saison zugesagt hatte, somit konnte Trainer Florian Breitmeier auch weiterhin auf den wichtigen Allrounder bauen, der unter der Woche allerdings beim Ligakonkurrenten MTV Geismar mittrainierte. Unterschätzen durfte man die Gastgeber von der TSG Emmerthal jedoch auf keinen Fall. Nach schlechtem Saisonstart hatten sie sich fast unauffällig an die Spitzengruppe der Verbandsliga Süd herangekämpft und würden mit einem Sieg in der Tabelle an Söhre vorbeiziehen, was allein schon Motivation genug sein sollte, vollen Einsatz auf der Platte zu bringen.
Der Spielauftakt gestaltet sich ganz im Sinne der Sportfreunde aus Söhre. Julian Modrejewski ist über halblinks zum 0:1 erfolgreich, Lukas Bogisch kommt zweimal über rechts außen zum Abschluss und sein Bruder Julian Bogisch kann im Söhrer Kasten den 7-Meter zum Ausgleich durch Gastgeber vereiteln. Doch schon früh werden die Schwächen der Gäste sichtbar, denn in der Abwehr stimmt einfach die Zuordnung nicht, demzufolge die TSG Emmerthal in der 6-ten Minute erstmals mit 5:4 in Führung geht. Söhres Rückraumspiel ist praktisch tot, niemand sucht die Tiefe, um die Abwehr der Gäste in Bewegung zu bringen. Wenn mal etwas geht, dann über außen. Bjarne Breitmeyer ist über die linke Seite in der 9-ten und 13-ten Minute und bei einem Strafwurf erfolgreich, doch beim Sand von 10:7 sieht sich Söhre schon früh in der Rolle, hinterhereilen zu müssen. Björn Riesen über die Mitte, Simon Kullig vom Kreis, das 12:10 nach 17 Minuten, lässt bei den Gästen die Hoffnung etwas wachsen, sich nicht abschütteln zu lassen. So wird das allerdings nichts, denn die TSG Emmerthal legt in den folgenden 10 Minuten einen 8:2 Lauf hin. Da ändert auch der erfolgreiche 7-Meter von Bjarne Breitmeyer in der 28-ten zum 20:13 nichts an der inakzeptablen Vorstellung der Gäste, die mit einem vorentscheidenden 21:13 in die Kabine geschickt werden.
Wenn es von Söhre mal ein Lebenszeichen gibt, dann nach einer Einzelaktion, wie beim 23:14 in der 33-ten Minute durch Julius Valentin Bartels, der parallel zur Deckung läuft und eine Lücke findet. Söhre hadert vorne weiterhin mit nicht klappenden Kreisanspielen und einer völlig emotionslosen Deckung hinten. Während der Mittelblock leidlich steht, ist die Deckungsarbeit auf Position zwei und fünf faktisch nicht vorhanden. Kurz anwackeln und durch, Emmerthals Spieler haben ein Lächeln im Gesicht, wie einfach man heute zu Toren kommen kann. Auf Söhrer Seite gibt es nur zwei Lichtblicke. Joey Wattenberg über links außen zeigt, dass seine Trainingseinsätze mit Söhres erster Mannschaft absolut fruchtbar sind, und verwandelt Bälle auch von fast aussichtsloser Position ab der Grundline und Keeper Julian Bogisch zeichnet sich trotz dem Trauerspiel um Söhres Abwehr, durch eine Parade nach der anderen aus. Zwei motivierte Akteure können allerdings kein Spiel drehen und so macht Yannik Gerber für die Gastgeber in der 50-ten Minute das 36:21, wobei der 15 Tore Rückstand für Söhre eher noch schmeichelhaft ist. Die Gastgeber können es sich leisten, munter durchzuwechseln und viel zu experimentieren, Söhre sieht nicht mehr ganz so blass aus und es klappt auch mal ein Pass an den Kreis. Das 37:25 erzielt Robin Skripalle in der 55-ten Minute von der 6-Meter Linie und auch Joey Wattenberg ist in der Schlussphase noch dreimal ein Torerfolg vergönnt, davon der 7-Meter zum 39:28 Endstand kurz vor dem Abpfiff.
Auch wenn Söhre zum Ende des Spiels noch etwas Ergebniskosmetik betreiben kann, auch bei 50 Gegentoren hätte man sich mit solch emotionsloser Spieleinstellung und einer derart hohen individuellen Fehlerquote nicht beschweren können. Vor dem schweren Auswärtsspiel in Rosdorf ist vor allen Dingen das Einschwören auf den Teamgeist und eine vernünftige Deckungsabsprache gefragt, soll am kommenden Samstag nicht die nächste Auswärtsschlappe folgen.
Aufstellung: Julian Bogisch (TW), Justin Engelhardt (TW), Kilian Drees (1), Lukas Bogisch (2), Julius Valentin Bartels (2), Joey Wattenberg (7, 1), Björn Riesen (1), Bjarne Breitmeyer (5,3), Julian Modrejewski (5), Simon Kullig (2), Tim-Luca Kleimann (1), Robin Skripalle (2)
UB