Mit Sieg in Bothfeld fahren zweite Herren die Vorrundenmeisterschaft in der ROL ein

Nur zwei Punkte in 12 Spielen, so die magere Bilanz des Gastgebers TuS Bothfeld 2 bisher in Regionsoberliga Hannover Staffel 2. Die direkten Verfolger des Söhres Teams, Altwarmbüchen und Lehrte, hatten sich beim Tabellenletzten in Bothfeld mit 20 beziehungsweise 17 Toren Differenz durchgesetzt, da sollte es doch ausgerechnet für die Torfabrik der Liga kein Problem sein, ein klares Ergebnis einzufahren. Aber von solchen Betrachtungen hält Trainer Guido Meyer gar nichts, jedes Team in der Liga ist in der Lage an einem guten Tag einen Überraschungscoup zu landen und sichere Punkte gibt es nirgends nachgeworfen. Wieder an Bord durfte nach Schulterverletzung Kreisläufer Cedrik Rodemann sein, dafür würden aber speziell in der Abwehr Patrick Schulenburg, der sich im letzten Spiel eine Handverletzung zugezogen hatte, und der privat verhinderte Noah Schwarz fehlen.

Erster Angriff, Söhre legt druckvoll los, Alex Thiel kommt über halblinks und trifft zum 0:1, doch gleich im Gegenzug Ausgleich durch den Gastgeber aus Bothfeld. Durch zwei Treffer von Cedric Fernandez kann Söhre vorlegen, aber die Abwehr hat heute Schwachstellen, mit Glück kann Keeper André Rürup den Ball von Außen gegen den Aluminiumpfosten ablenken und den Ausgleich verhindern. Auch Bothfelds Torhüter kann einige Würfe wegnehmen, doch so langsam kommt der Rückraum besser in Schwung, Tim Vogel angelt sich den Tipper am Kreis und verwertet sicher, Florian Breitmeyer arbeitet an seiner Quote, erzielt das 2:6 in der 9 Minute. Viele Abspielfehler im Söhrer Angriff, aber auch jede Menge Fahrkarten der Bothfelder sind kennzeichnend für die Partie. Letztendlich sind es die schnellen Tempogegenstöße, wie der von Alex Thiel in der 19 Minute zum 5:10, die Söhre besser als den Gastgeber aussehen lassen. Die Männer von Coach Guido Meyer können in etliche Pässe der Angreifer laufen und ziehen ihr Konterspiel durch, so die 22 Minute, Julian (Jewlz) Modrejewski erobert den Ball, passt lang auf Kevin Sieler, der wirft sicher zum 6:14 ein. Schön jedoch spielen beide Seiten nicht, Söhre passt sich immer mehr dem Gastgeber an und man versucht Tore durchzutragen, da ist das 7:15 von Florian Breitmeyer schon ein echtes Highlight, als er über die Mitte hochstiegt und ein sauberes Rückraumtor hinlegt. Halbzeitstand 10:18, sichere Führung, Partie gelaufen?

Manchmal muss man dahin gehen, wo es wehtun, Alex Thiel bekommt diese Weisheit gleich nach der Pause zu spüren, trotz Gesichtstreffer ist sein Ball zum 10:19 im Netz. Auch Tim Vogel muss die Erfahrung beim 12:20 machen, abermals bleibt die unzulässige Aktion ohne Ahndung. Zum Leidwesen von Jonas Fürmeier ist der zweite Schiedsrichter in ähnlicher Situation aufmerksamer, in der 35 Minute muss er zur Besinnung erst einmal 2 Minuten auf die Bank. Bothfeld schöpft ein bisschen Hoffnung, viermal in Folge kann ihr Halblinker sich durchsetzen, die Gastgeber verkürzen auf 15:21 nach 37 Minuten. Söhre muss mehr tun, 40 Spielminute, Marcell Gatzemeyer, seit Beginn der zweiten Hälfte zwischen den Söhrer Pfosten, wehrt mit dem Fuß ab, Alex Thiel schnappt sich den Ball, geht den Konter. In der Folge legt Jewlz Modrejewski mit 2 Tempogegenstößen nach, Söhre steht wieder mit 9 Toren vorn. Richtiger Spielfluss kommt nicht auf, viele Pass- und Fangfehler, dazu eine unsichere Abwehr tragen Schuld daran. Zweimal zu spät dran, in der 50 Minute stehen 4 Söhrer 6 Bothfeldern gegenüber, gut dass Marcell Gatzemeyer das 18:26 beim Strafwurf festhalten kann. In der Schlussphase besinnt sich Söhre noch einmal aufs Handballspielen, Jewlz Modrejewski wird zum Kreuz geholt, spielt auf den freien Tim Vogel am Kreis, der sicher zum 21:28 netzt. Im Anschluss macht Cedric Fernandez Druck auf die Abwehr und passt auf Florian Breitmeyer nach rechts außen, es steht erneut wieder 7 vor für die Gäste. Nach der keineswegs berauschenden Vorstellung fragt sich die Bank, ob wenigstens das 30-ste fällt, damit das Bier für den nächsten Trainingsabend gesichert ist. Aber Versuch eins ist eine Nullnummer, der Aufsetzer von Simon Kullig beim 7 Meter geht über die Querlatte, doch Cedrik Rodemann bringt sich fürs Team ein, vom Kreis macht er das 23:30 in der 58 Minute. Bothfelds Ergebniskosmetik zum 25:30 Endstand ist für die Söhrer zweiranging, Hauptsache 2 Punkte eingefahren.

Ohne Frage hat man heute kein Schönheitspreis gewonnen, aber jeder Sieg ist für das Ziel Landesligaaufstieg ein Meilenstein, den man erst einmal nehmen muss, da ist es egal, ob man beim Letzen antritt oder einen direkten Verfolger zu Gast hast. Zum Jahresabschluss geht es am kommenden Sonntag zum Lokalderby nach Sarstedt, wobei die Männer vom TKJ sicherlich ein deutlich stärkerer Gegner als die Bothfelder sein werden. Nichtsdestotrotz muss Söhres Zweite den Beweis abliefern, dass da spieltechnisch deutlich mehr geht, was auch zwingend notwendig sein wird, denn nach der klaren Niederlage in der Steinberghalle vom Saisonbeginn, werden die Gastgeber sicherlich keinen Zentimeter eigenen Bodens freiwillig abgeben, da können die Söhrer Fans zu einem wichtigen Faktor werden.

 

Aufstellung: André Rürup (TW), Marvin Engelhardt (TW), Marcell Gatzemeyer (TW), Tim Vogel (5), Simon Kullig, Jonas Fürmeier, Alexander Thiel (5),  Kevin Sieler (2), Cedric Fernandez (4, 2), Daniel Breitmeyer (1), Florian Breitmeyer (4), Julian Modrejewski (8, 1),  Cedrik Rodemann (1), Jörn Eckhardt

UB

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