Mit Totalausfall in der Schlussphase geben zweite Herren möglichen Sieg gegen Anderten leichtfertig aus der Hand

Während für das Team von Guido Meyer die Landesligabegegnung gegen den TSV Anderten 2 eher ein Prestigeduell sein würde, schaute man von Ligakonkurrent TuS Grün-Weiß Himmelsthür mit ganz besonderer Spannung auf die Partie. Immerhin würde ein Söhrer Sieg gegen den Tabellenführer dem Nachbarn aus Himmelsthür die Möglichkeit geben, doch noch den Verbandsligaaufstieg in eigener Hand zu haben. Die Statistik allerdings sprach klar für die Gäste, die erst mit einer Punkteteilung in Sehnde belastet waren, während Söhres zweite Mannschaft neben starken Auftritten auch schon mehrere unnötige Niederlagen auf die Platte gebracht hatte. Beim Abschlusstraining hatte Co-Trainer Matthias Freier das Team noch einmal auf schnelle Spiel der Gäste eingeschworen und mit voller Kapelle sollte es keinen Grund geben, nicht mit breiter Burst vor heimischen Publikum aufzulaufen.

Bereits im Hinspiel hatte man sich mit Andertens überfallartigem Angriffsspiel schwer getan, dass man aber nach zweieinhalb Minuten schon 0:3 hinten lag, kam jetzt doch unerwartet. Nicht gleich zu Beginn fahrig werden, Daniel Hoppe passt auf Florian Breitmeyer, über halbrechts erzielt er den ersten Treffer für Heim. Allmählich kommt Söhre in die Spur, nach 6 Minuten ist es erneut Florian Breitmeyer, der den 4:5 Anschluss schafft. Der Angriffsschwung der Gäste ist gebremst, die Abwehr lässt jetzt nicht mehr jeden Angreifer ungehindert durch und Marvin Engelhardt kann hinten seinen Kasten mit starken Paraden vernageln. Doppelschlag Tim-Luca (Timmy) Kleimann, per Tempogegenstoß holt er erst den Ausgleich und dann die 9:8 Führung in der 13 Minute. Die Freude allerdings währt nur kurz, auch Andertens Daniel Franke ist extrem schnell vorne und trifft zum erneuten Führungswechsel. Es ist Marvin Engelhardt, der sein Team mit ausgezeichneten Reflexen in die bessere Position bringt. In der 15 Minute bleibt er Sieger gegen den freien Rechtsaußen und nach gehaltenem 7 Meter in der 16 Minute jubeln Söhres Tosmarteufel und feiern ihren Keeper. Vorne bringt Daniel Breitmeyer seinen Strafwurf ins Netz und beim zweiten Versuch klappt es auch mit dem langen Pass für ihn, den er sicher zum 13:10 in der 23 Minute unterbringt. Team Timeout Anderten, Guido Meyer lobt sein Team für das starke 1 gegen 1 Spiel und mahnt, auch bei einer fraglichen Entscheidung, wie beim Abpfiff des Torerfolgs von Moritz Fürmeier, die Ruhe zu bewahren. Es kommt ein neues Angriffsteam auf die Platte, Julian (Jewlz) Modrejewski und Alexander Thiel rechtfertigen ihre Einwechselung mit Treffern über halblinks und Mitte und es sieht so aus, als könne man die 3 Tore Führung mit in die Pause nehmen. Doch die bis dahin gute Abwehr wird komplett überrascht, als Andertens Spielmacher unvermittelt den Stemmwurf über Mitte abzieht, so ist es mit dem 15:13 vielleicht ein bisschen enger als nötig.

Anschluss Anderten, wieder einmal ist man für Daniel Franke, den erfolgreichsten Werfer der Gäste, zu langsam. Söhres Antwort geben Florian Breitmeyer und Alex Thiel, nur eine Minute später ist der alte Abstand mit dem 17:15 wieder hergestellt. Das Spiel wird von beiden Seiten attraktiv und offen gehalten. Anderten Erfolge beruhen eher darauf, die Fehler der Gegner zu nutzen und blitzschnelle Tempogegenstöße zu laufen, Söhre hat die bessere Kombinatorik und wirft die schöneren Tore, wie beim Treffer von Daniel Hoppe, dessen Wurf zum 19:17 genau ins Dreieck passt. Macht man keine Fehler, kann man auch den Landesligaprimus unter Druck setzen. Erneut kann Alex Thiel nach starkem 1 gegen 1 in der 37 Minute durchgehen und auch als er parallel zur Abwehr läuft und von halbrechts abzieht, ist sein Ball im Kasten. Durch den Tempogegenstoß von Gunner Lehrke führt Söhre nach 39 Minuten verdient mit 25:19, Andertens Coach greift zur grünen Karte. Die Gäste verkürzen nach Feldtor und 7 Meter auf einen 4 Tore Rückstand und das Spiel nimmt einen hektischen Charakter an. Allerdings beißen sie sich an Söhres Abwehrriegel die Zähne aus. Moritz Fürmeier kann den Ball in der Deckung erobern und den Konter zum 28:21 in der 44 Minute selber gehen. Unabhängig voneinander müssen beide Seiten eine 2 Minuten Strafe einstecken, Anderten nimmt 2 Torerfolge bei fünf gegen 5 mit, Söhre trifft einmal durch Kevin Sieler. Neuer Spielstand 29:24 nach 47 Minuten und als Anderten abermals eine Zeitstrafe überbrücken muss. Es ist einfach mangelnde Cleverness, in Überzahl zwei Konter zu kassieren tut nicht Not und dann ist da auch noch der Heber im eigenen Tempogegenstoß, der über die Querlatte geht. Höchste Zeit sich wieder zusammenzureißen, Alex Thiel geht über die Mitte und wirft einen Aufsetzer, in der 53 Minute trifft Jewlz Modrejewski zum 31:26 und holt den beruhigenden 5 Tore Vorsprung zurück. Doppelte Unterzahl Söhre, Nick Graafmann verkürzt für Anderten per 7 Meter, Moritz Fürmeier beweist für Söhre seine Stärke im 1 gegen 1, kann über halbrechts nachziehen. Weiterhin Unterzahl Söhre, Anderten verkürzt erneut, der frisch auf die Platte zurück gekehrte Florian Breitmeyer erzielt per Stemmwurf das 33:28 gegen Ende der 54 Minute.

Stark gespielt, 5 Tore vor bei noch 6 Minuten auf der Uhr, das Söhrer Publikum sieht den Heimsieg heute greifbar nah. Irgendwie scheinen Söhres Spieler jedoch schon mit Kopf in der Kabine zu sein, anders ist es nicht zu erklären, was da in der Schlussphase an individuellen Fehlern auf die Platte gezaubert wird. Abwehr im Kreis passiert schon mal, wegrutschen bei der Ballannahme ist halt Pech, kommen allerdings noch Passfehler auf 3 Meter Distanz hinzu, schmilzt der Vorsprung wie Schnee in der Sonne. Anderten bringt die sich bietenden Konterchancen allesamt im Tor unter, erzielt in der 59 Minute den 33:33 Ausgleich. Glück für Söhre, Andertens Linksaußen fordert 7 Meter, weil er sich im Wurf behindert sieht, der Schiedsrichter entscheidet hingegen auf Abwurf und es gibt 2 Minuten wegen Meckerns. Überzahl Söhre, es bleiben 30 Sekunden, Söhres Coach versucht es noch mal mit dem Team Timeout. Es nützt nichts, der Angriff läuft sich fest, der Freiwurf 2 Sekunden vor Schluss bringt nichts mehr, es bleibt bei der Punkteteilung, die angesichts der desolaten letzten 5 Minuten fast noch schmeichelhaft für Söhre ist.

Aufstellung: André Rürup (TW), Marvin Engelhardt (TW), Lucas Engelke, Florian Breitmeyer (8), Alexander Thiel (7), Kevin Sieler (1), Cedric Fernandez, Daniel Breitmeyer (3, 2), Moritz Fürmeier (3), Julian Modrejewski (2), Noah Schwarz, Gunnar Lehrke (1), Tim-Luca Kleimann (3), Daniel Hoppe (5)

UB

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