Nach verschlafener ersten Hälfte reicht Söhres zweiten Herren kämpferische Einstellung in Halbzeit zwei nicht mehr, um Zählbares aus Northeim mitzubringen
In den letzten beiden Jahren war für Söhres Herren in der Northeimer Schuhwall Sporthalle jeweils nichts zu holen, dennoch machte sich das Team von Florian Breitmeyer diesmal Hoffnung, bei Northeims zweiten Herren ihre Tabellenposition in der Verbandsliga Süd mit einem Sieg verteidigen zu können. Doch nachdem Torwart Marvin Engelhardt bereits am Montag wegen der Operation seiner gebrochenen Hand abgesagt hatte, zogen der zuletzt so wichtige Mittelmann Julius Valentin Bartels wegen Erkrankung von Frau und Kind und Söhres Halbrechter Kilian Drees zwecks Klausurvorbereitung kurzfristig die Reißleine. Zudem hatte Björn Riesen angekündigt, nur im Notfall auf der Mittenposition für einen Kurzeinsatz einspringen zu können, da er in der letzten Partie gegen die HSG Deister/Süntel umgeknickt war und noch mit Schmerzen im Fußgelenk laborierte. Auch wenn die Grundvoraussetzung nicht unbedingt die besten waren, wollte man trotzdem gegen Northeims junges Team aus solider Deckung schnell aus erster und zweiter Welle nach vorne spielen und so die eigenen Vorteile nutzen.
Das war dann wohl eher das Gegenteil von dem, was man sich vorgenommen hatte. Söhre macht im Angriff mehrere technische Fehler und auch die Abschlussquote lässt zu wünschen übrig. Das schnelle Spiel kommt ausschließlich von den Gastgebern, für die es von einem 2:0 nach zwei Minuten, über den 5:3 Söhrer Anschluss durch Bjarne Breitmeyer in der siebten Minute, auf ein 8:3 durch Northeims Julian Dominik Wulf in der 12-ten Minute geht. Söhres Coach ist früh bedient und wirft die grüne Karte, um seine Mannschaft wachzurütteln. Wenn für Söhre mal etwas geht, dann über den Kreis, Robin Skripalle erzielt das 9:4 in der 13-ten Minute. Doch bei den Gastgebern setzen Serxho Ramazani und Julian Dominik Wulf die Defensive der Gäste mächtig unter Druck. Immer wieder können sie Wurfgefahr ab 9 Metern ausstrahlen und Söhres Deckungsspieler haben kein Konzept, ob sie lieber früh rauskommen oder einen geschlossenen Block stellen sollten. Halbe Sachen jedenfalls nützen nur den Angreifern und Northeim baut seinen Vorsprung mit dem 12:5 in der 18-ten Minute weiter aus. Wenn Söhre die gegnerische Abwehr in Bewegung bekommt und das sichere Kreisanspiel durchbringt, klappt es auch mit dem Torerfolg. Lucas Engelke ist von seinen Gegenspielen nicht zu halten, sein bereits zweiter Treffer von der 6 Meter Linie bringt in der zwanzigsten Minute den 13:8 Anschluss. Doch um weiter aufzuschließen reicht es nicht, was man sich vorne erkämpft, gibt man hinten gleich wieder ab. Joey Wattenberg und Julian Modrejewski können durch ihre Treffer die Söhrer Habenseite auf zwölf Tore erhöhen, dem gegenüber stehen bis zur 28-ten Minute 19 Torerfolge von Northeim und Söhres Trainer nimmt sein zweites Team Timeout, um in den verbleibenden zwei Minuten wenigstens den Abstand etwas zu verringern. Wenn es über den Kreis geht, sieht das auch gut aus, Simon Kullig erzielt das 19:13 und kann auch einen Strafwurf erzwingen, den Bjarne Breitmeyer sicher verwandelt. Obwohl Söhres Keeper Justin Engelhardt kurz vor dem Pausenpfiff noch einen 7-Meter von Northeims Serxho Ramazani vereiteln kann, müssen die Gäste mit dem 20:14 Halbzeitstand eine dickes Packet mit in die Kabine nehmen.
Es war geplant, gleich im ersten Anwurf nach der Pause verkürzen zu können, doch erst einmal bauen die Gastgeber ihre Führung weiter aus. Zwar kann Lukas Bogisch in der 33-ten Minute über rechts außen das 21:15 erzielen, doch die Gastgeber sind im Gegenzug doppelt erfolgreich, bevor Simon Kullig in der 35-ten Minute das 23:16, erneut vom Kreis, markiert. Die Gastgeber probieren es ihrerseits mit einem Team Timeout und Söhres Trainer nutzt die Chance, seine Defensive umzubauen. Northeims Serxho Ramazani erhält eine Manndeckung, kurz darauf wird auch Julian Dominik Wulf eine Einzelbewachung von Söhres Trainer Florian Breitmeier verordnet. Zumindest kurzfristig geht die Strategie auf, denn die Gäste können jetzt vorne mehr Treffer erzielen, als sie hinten kassieren. Anschlusstreffer zum 26:21 durch Moritz Fürmeier in der 40-ten Minute, allerdings sind die Gastgeber fernab davon, sich überrennen zu lassen und verteidigen ihren Vorsprung zäh. Eigentlich wollte Björn Riesen nur im Notfall auf die Platte, doch nachdem Tim-Luca Kleimann in der 44-ten Minute auf die Bank muss und Söhre weiterhin mit 5 Treffern im Rückstand liegt, ist der Notfall nun mal gegeben. Sein Einsatz macht sich umgehend bezahlt, die Pässe an den Kreis auf Robin Skripalle sehen fast nach blindem Spielverständnis aus und nach dreimal Robin Skripalle, einmal Lukas Bogisch und erfolgreichen 7-Meter Abschluss durch Bjarne Breitmeyer ist Söhre in der 50-ten Minute mit dem 31:29 plötzlich wieder dran. Jetzt liegt die Nervosität bei den Gastgebern und es folgt der Griff zur grünen Karte. Söhre bleibt bei der doppelten Manndeckung, jedoch gestaltet es sich schwierig, Northeims Ilja Konstantin Renner in den Griff zu bekommen. Sein starkes eins-gegen-eins ist nur schwer zu verteidigen und als letzte Hoffnung bleibt nur Justin Engelhardt im Söhrer Kasten, den freien Wurf zu entschärfen. Auch wenn Söhres Torwart etliche gute Möglichkeiten der Northeimer zunichtemachen kann, auch sein Einsatz kann nicht verhindern, dass Northeim bei einer derart offenen Deckung jedes Söhrer Tor umgehend durch einen Gegentreffer beantwortet. Hoffnungsschimmer noch mal für die Gäste, nach Doppelschlag durch Robin Skripalle steht in der 55-ten Minute ein 36:34 auf der Anzeigentafel, doch einen Moment in der Manndeckung zu nachlässig und Serxho Ramazani kann für Northeim wieder auf drei Treffer Vorsprung erhöhen. Auszeit Nummer drei für Söhre, die in den verbleiben Minuten auf ganz oder gar nicht setzen. In der Hoffnung auf schnelle Balleroberung stellt man sich noch offensiver auf. Söhres schneller Mittelmann Björn Riesen kann das Konzept des freien Raums für sich erfolgreich umsetzen, doch seine zwei Treffer in der Schlussphase nützen wenig, wenn man bei offener Manndeckung für jedes vorne geworfene Tor hinten wieder zwei kassiert. Den Gästen gelingt der vierzigste Treffer nach verworfenem freien Ball nicht mehr, dafür macht Marik Pfleiderer mit den letzten Tor in der Partie für Northeim den 43:39 Sieg klar.
Aufstellung: Justin Engelhardt (TW), Lukas Bogisch (4), Joey Wattenberg (2), Björn Riesen (2), Bjarne Breitmeyer (5, 4), Julian Modrejewski (4), Jonathan Dumke (1), Simon Kullig (4), Moritz Fürmeier (3), Tim-Luca Kleimann (1), Robin Skripalle (10), Lucas Engelke (3)
UB