Spiel mit komplett unterschiedlichen Hälften lässt Rückspiel um Regionsmeisterschaft völlig offen

Der sportliche Anreiz, die Regionsmeisterschaft zu erringen, mag nicht unbedingt den höchsten Stellenwert haben, trotzdem wollte das Team von Guido Meyer nach dem Staffelsieg in der Regionsoberligastaffel 2 auch gerne gegen den Meister der Parallelstaffel, die HSG Schaumburg-Nord 2, das Hinspiel um den Titel gewinnen. Doch der Zeitpunkt für die angesetzten Spiele war für beide Mannschaften nicht gerade ideal, denn direkt vor dem Hinspiel hatte der Gastgeber seine Mannschaftsfahrt angesetzt und vor dem Rückspiel würde dann zum Ausgleich der Rückraum der Söhrer Malle unsicher machen, somit wäre es kein schlechte Idee, ein kleines Polster aus der ersten Partie mit in die zweite Begegnung zu nehmen.

Ist es Respekt vorm Gegner oder einfach die Angst, in einen frühen Rückstand zu geraten, beide Teams wirken in der Anfangsphase verkrampft. Die Schaumburger holen mit ihren Würfen bestenfalls den Putz von der Wand, die Söhrer werfen lediglich den gegnerischen Torwart warm. Das Spiel droht schon den Charakter einer Abstiegsrelegation zu bekommen, als Schaumburg in der 5 Minute den ersten Treffer erzielt. Endlich wird auch Söhre wach, Anschluss zum 2:1 durch Florian Breitmeyer und nach 10 Minuten kann Noah Schwarz die erste Führung für die Gäste erzielen, als er den Abpraller von der Querlatte am Kreis angelt und zum 3:4im Netz unterbringt. Jetzt läuft das Spiel wie man es aus der Saison kennt, aus einer kompakten Abwehr wird schnell nach vorne gespielt, Kevin Sieler geht steil zum 4:6 und er kann auch den Risikopass von Moritz Fürmeier annehmen und sicher zum 6:11 in der 22 Minute einwerfen. Die Schaumburger hingegen verzweifeln am Söhrer Keeper, gleich 5 mal in einem Angriff bietet sich in der 26 Minute die Möglichkeit abzuschließen, doch jedes Mal kann André Rürup zwischen den Pfosten der Gäste seinen Kasten sauber halten. Das Spiel wird diktiert durch Söhres Werfer, Julian (Jewlz) Modrejewski netzt über Mitte zweimal ein, Cedric Fernandez ist von links außen erfolgreich, als er den Ball scharf ins obere lange Eck zieht. Zur Pause weist die Anzeigetafel mit dem 7:15 eine komfortable Söhrer Führung aus, es scheint, als sollte es ein entspannter Sonntagnachmittagsausflug werden.

Die zweite Hälfte sieht erst einmal die Gäste im Vorteil, Moritz Fürmeier erobert den Ball in der Abwehr, Jewlz Modrejewski geht ab zum 7:16. Doch die Söhrer spielen ihre Deckung nicht mehr so konsequent wie in der ersten Hälfte, die Schaumburger Werfer kommen völlig frei auf 8 Metern zum Wurf und aus dieser Distanz sitzen die Bälle auch im Netz, was den Vorsprung in der 37 Minute auf 5 Treffer schrumpfen lässt. Florian Breitmeyer wird das harmlose Rumspielen vor des Gegners Deckung zu bunt, zieht aus kurzem Antritt ab, Jewlz Modrejewski legt mit einem platziertem Gewaltwurf nach, Söhre führt in der 39 Minute mit 11:18. Die komfortable Führung scheint sich allerdings lähmend auf das Spiel der Gäste auszuwirken, während die Schaumburger um jeden Ball fighten und im Gegensatz zur ersten Hälfte auch sicher abschließen, scheint sich Söhre um den Titel als Meister im Vergeben von Großchancen bewerben zu wollen. Völlig frei gegen den Pfosten, vorher schon mehrfach die Querlatte malträtiert, die Werfer der Gäste treffen alles, nur nicht ins Netz und auch aus der Deckung kommt keine Spielsicherheit. Die Quittung ist der 21:21 Ausgleich in der 52 Minute. Ein Endspurt wäre jetzt nicht schlecht, Alex Thiel löst am Kreis auf, bekommt den Ball, holt die Führung zurück, Jewlz Modrejewski ist 2 mal innerhalb von 20 Sekunden erfolgreich, Söhre scheint mit dem 21:24 in der 54 Minute zurück auf der Siegerstraße zu sein. Aufreger in der 57 Minute, der Ball ruht nach Torwartabwehr im Kreis, Schaumburgs Angreifer schlägt das Spielgerät mit einem Hechtsprung ins Netz, Söhre protestiert, aber der Anschlusstreffer zum 23:24 wird gewertet. Es wird noch mal eng, der 7 Meter für Söhre geht nicht rein, Jewlz Modrejewski lässt den Kopf hängt, doch die Bank puscht zum Durchhalten. Die letzten Sekunden laufen, die Heimmannschaft nimmt den Torwart raus, will mit 7 Feldspielern den Ausgleich erzwingen, Söhre allerdings verteidigt aggressiv, lässt keine Wurfmöglichkeit mehr zu, rettet die Führung über die Schlusssirene.

Auch wenn mit einer konzentrierten zweiten Hälfte deutlich mehr drin gewesen wäre, bietet der knappe 23:24 Sieg immerhin die Möglichkeit eines spannenden Rückspiels in der Steinberghalle. Anpfiff ist am Sonntag, den 19.05.2018, um 18:00 Uhr und auch wenn der offizielle Saisonabschluss schon vor zwei Wochen ausgerufen worden war, hoffen Söhres zweite Herren noch einmal auf eine ordentliche Zuschauerresonanz, um die Regionsmeisterschaft in eigener Halle einfahren zu können.

Aufstellung: André Rürup (TW), Marvin Engelhardt (TW), Cedrik Rodemann, Alexander Thiel (3), Kevin Sieler (3), Noah Schwarz, Cedric Fernandez (4, 1), Moritz Fürmeier (1), Florian Breitmeyer (4, 1), Julian Modrejewski (7, 1), Noah Schwarz (2), Guido Meyer

UB

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