Schwächephase lässt sich nicht mehr ausbügeln, Söhres zweiten Herren haben in der Steinberghalle das Nachsehen gegen den Northeimer HC 2
Im Hinspiel hatten selbst 39 Auswärtstore nicht für einen Punktgewinn gegen die zweite Vertretung des Northeimer HC gereicht, für die Rückrunde hatte das Team von Florian Breitmeyer darum an unterschiedlichen Deckungsvarianten gefeilt, auf den Northeimer Angriffswirbel zu reagieren. Einen Trumpf hielten die Söhrer zudem noch im Ärmel , denn um die zuletzt nicht so erfolgreiche Ausbeute beim Strafwurf auszumerzen, hatte sich Christan Klaproth nach lang andauernder Verletzungsphase noch einmal für ein Abschiedsspiel zurückgemeldet, allerdings nur, um ausschließlich für 7-Meter anzutreten.
Schon früh muss die Söhrer Abwehr erkennen, wie effizient das Angriffsspiel der Gäste vorgetragen wird. Jede Rückraumposition ist stark besetzt und gefährlich im eins-gegen-eins. Bis zum 2:3 legen die Gäste jeweils vor, die Heimmannschaft punktet über den Kreis durch Simon Kullig und über Mitte durch Julius Valentin Bartels. Erster Auftritt Christian Klaproth für einen 7-Meter in Spielminute vier und seine mitgebrachte Fanbase darf seinen ersten Treffer in einem Ligaspiel nach mehr als zweieinhalb Jahren Zwangspause bejubeln. In der 6-ten Minute schrammt Northeims Rechtsaußen Nils Wilken nach einem Griff in den Arm von Söhres Jonathan Dumke knapp am roten Karton vorbei. Nach Diskussion im Schiedsrichtergespann geht es nur für 2 Minuten auf die Bank, den fälligen Strafwurf allerdings verwandelt Christian Klaproth erneut sicher. Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch, für Söhre können Kilian Dress, Jonathan Dumke und Julian Modrejewski jeweils vorlegen, die Gäste aus Northeim sind allerdings von der Gästedeckung nicht zu bremsen und gleichen jedenfalls im Gegenzug aus. Der 7-Meter Werfer auf Northeimer Seite ist Serxho Ramazani, dessen Strafwurf Nummer zwei Justin Engelhardt in der 15 Minute parieren und den Gleichstand kurzfristig festhalten kann, doch schon im folgenden Angriff kann sich gefährliche Northeimer Mittelmann zum 10:11 durchsetzen. Söhre muss für jeden Torerfolg gegen Northeims aggressive Deckung vollen Körpereinsatz bringen, demzufolge erfolgt der Ausgleich zum 12:12 in der 17-ten abermals vom Kreis durch Robin Skripalle. Gleich doppelte Hinausstellung gegen Northeim in der 19-ten Spielminute und Christian Klaproth versenkt Strafwurf Nummer drei. Doch die Gastgeber können keine weiteren Vorteile aus der doppelten Überzahl ziehen, denn kurz darauf muss auch Söhres Robin Skripalle auf die Bank und Northeim kommt beim Spiel mit rausgenommenem Torwart durch einen langen Ball ins leere Söhrer Gehäuse zum Torerfolg. Söhre versucht es weiter über den Kreis, diesmal mit Lucas Engelke, der in der 21-ten und 22-ten Minute erfolgreich ist und die 15:14 Führung holen kann. Auf Northeimer Seite kommt Willem Baumbach auf die Mittenposition und holt in der 25-ten Minute nach Doppelerfolg die16:18 Führung für sein Team. Zweimal Anschluss durch Söhres Rechtsaußen Lucas Bogisch, doch mit dem 18:20 für Northeim in der 27-ten Minute sieht Söhres Coach Florian Breimeyer Bedarf zur Auszeit. Sein Fazit ist, vorne toller Kampf, aber hinten müssen die Lücken konsequenter geschlossen werden. Ausgleich zum 20:20 durch Julian Modrejewski in der 29-ten Minute, aber die Hinausstellung von Julius Valentin Bartels lässt die gerade verbessere Söhrer Abwehr geschwächt zurück und Serxho Ramazani kann für Northeim die 21:22 Pausenführung erzielen.
Der Gastgeber hat sich vorgenommen, in eigener Halle nicht vor Northeims Angriffswirbel einzuknicken und kommt mit wesentlich verbesserter Deckung aus der Pause. Jonathan Dumke gleicht über links außen zum 22:22 aus, Julius Valentin Bartels holt mit dem 25:23 in der 37-ten Minunte die erste zwei Tore Führung für die Männer aus dem Beustertal. Söhre bleibt dabei, in Unterzahl den Torwart rauszunehmen und einen Feldspieler zum Auffüllen zu bringen. Diesmal geht die Rechnung auf, Bjarne Breitmeyer ist treffsicher von links außen, nachdem sich allerdings auch Moritz Fürmeier eine Strafzeit einhandelt, kann Northeim in der 38-ten Minute zum 26:26 ausgleichen. Söhre ist weiterhin bereit den Kampf anzunehmen, Julian Modrejewski ist aus dem linken Rückraum erfolgreich, Simon Kullig netzt von Kreis. Beim Stand vom 29:27 greift Northeims Trainer in der 43-ten Minute zur grünen Karte und Söhres Team hofft auf den physischen Einbruch der Gäste bei ihrem kräftezerrenden Spiel. Die Annahme allerdings ist weit gefehlt. Auf Northeimer Seite bleibt Nils Wilken über rechts außen ein sicherer Torgarant und gegen Willem Baumbach als Spielgestalter auf der Mittenposition, findet Söhres Deckung ebenfalls kein MIttel, um seinen Aktionsradius einzuschränken. Die je dreifachen Torerfolge wiegen um so schwerer, da sie verbunden mit einer absoluten Söhrer Abschlussschwäche vor dem Northeimer Block sind. Aluminium, Torwart oder knapp vorbei, der Ball will fast 10 Minuten nicht ins Northeimer Netz. Die Gäste legen einen acht-zu-null Lauf hin, erst in der 53-ten Minute gelingt Julian Modrejewski der 30:35 Anschluss. Söhres Teamgeist ist ungebrochen und man ist im Kampf zurück. Moritz Fürmeier setzt sich im eins-gegen-eins durch und die Taktik über die Kreisanspiele zum Tor oder zum Strafwurf zu kommen, trägt Früchte. Mit drei erfolgreichen 7-Metern in Folge schafft Christian Klaproth den 35:36 Anschluss in der 58-ten Minute. Für Northeim ist es unerwartet, noch einmal in Bedrängnis zu kommen und dessen Coach greift zur grünen Karte, um Söhres Lauf auszubremsen. Die Gastgeber wollen Northeim zum unvorbereiteten Abschluss bringen, doch deren Louis Winter kann sich erfolgreich durchsetzen und die Gästeführung wieder auf zwei Treffer ausweiten. Noch einmal Ballbesitz Söhre, Julius Valentin Bartels geht über die Mitte zum 36:37 Torerfolg, aber es bleibt nur noch eine knappe halbe Minute für Balleroberung und die Chance auf einen eigenen Treffer zum Unentschieden. Aus der Traum - Northeim holt gegen die offene Deckung der Gastgeber einen 7-Meter, Nils Wilken macht mit Treffer Nummer elf den Sack zum 36:38 für die Gäste zu, die aufgrund Söhres unerklärlicher Torflaute Mitte der zweiten Hälfte einen verdienten Sieg mit nach Hause nehmen.
Aufstellung: Justin Engelhardt (TW), Kilian Drees (1), Lukas Bogisch (2), Julius Valentin Bartels (3), Björn Riesen, Bjarne Breitmeyer (1), Julian Modrejewski (9), Jonathan Dumke (2), Simon Kullig (4), Moritz Fürmeier (2), Tim-Luca Kleimann, Robin Skripalle (2), Christian Klaproth (6, 6), Lucas Engelke (3)
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