Zweite Herren bekommen Deckungslücken nicht geschlossen, auch 34 Auswärtstore reichen in Langenhagen nicht um zu punkten
Man muss schon lange in der Historie zurückgehen, will man noch irgendwelche Erkenntnisse aus früheren Partien der HSG Langenhagen gegen die zweite Vertretung der Sportfreunde Söhre ziehen. In der Aufstiegssaison zur Regionsoberliga 2017/2018 unterlagen die Sportfreunde zweimal bei der HSG, im Folgejahr gelangen Söhre zwei deutliche Siege gegen Langenhagen und sicherten sich am Ende den Aufstieg in die Landesliga Hannover, wodurch man weiteren Duellen erst einmal aus dem Wege ging. Nach sechs Jahren der Abstinenz also mal wieder mal eine Ansetzung in der IGS Leibnitz Sporthalle von Hannovers Flughafenstadt und Trainer Florian Breitmeyer konnte sich aus eigener Erfahrung mit Söhres ersten Herren noch leidvoll erinnern, dass es nie leicht war, in der Halle mit absolutem Haftmittelverbot Punkte einzufahren. Auf Söhrer Seite hatten krankheitsbedingt Joey Wattenberg und Simon Kullig abgesagt, der verbleibenden 14-er Kader sollte dennoch genug Wechseloptionen aufweisen, um Söhres Tempospiel ermöglichen zu können.
Der Spielauftakt läuft ganz im Sinne der Gäste aus Söhre. Verwandelter Strafwurf und Tempogegenstoß durch Jonathan Dumke, Lukas Bogisch über rechts außen und Julian Modrejewski mit drei Treffern von halblinks, für Söhres zweite Herren steht nach sieben Minuten ein 2:6 auf der Anzeigentafel. Es zeichnet sich schon früh ab, dass die HSG Langenhagen mit viel Pressing Söhres Deckungsriegel knacken möchte, doch mit starken Paraden von Marvin Engelhardt im Söhrer Kasten und vollem Körpereinsatz von Söhres Kreisläufer Robin Skripalle gegen die kräftig zufassende Abwehr der Heimmannschaft, können die Gäste den Abstand verteidigen. Nach dem 5:9 in der 12-ten Minute durch Robin Skripalle greift Langenhagens Coach zur Auszeit. Auf Söhrer Seite gibt es nicht viel zu bemängeln, man muss aber unbedingt die Durchläufe und die Kreisanspiele von Langenhangens Angreifern verhindern. Jonathan Dumke hat Glück, dass es für seine Aktion den Tempogegenstoß zu unterbinden, nur 2 Minuten und keine rote Karte gibt und beim fälligen Strafwurf schafft Langenhagens Kevin Loh den 9:10 Anschluss in der 17-ten Minute. Mit dem Langenhagener 12:12 Ausgleich gerät Söhre in Zugzwang, etwas ändern zu müssen und Söhres Trainer Florian Breitmeyer versucht seinem Team in einer Auszeit eine etwas offensiverer Deckungsformation mitzugeben. Die 2 Minuten Strafe gegen Langenhagens Moritz Paul kommt den Gästen entgegen, in Überzahl können Julian Modrejewski und Lukas Bogisch eine zwei Tore Führung zurückholen. Robin Skripalle setzt sich in der 24-ten Spielminute erneut am Kreis durch, Söhre führt knapp mit 13:15. Doch der Schwachpunkt der Gäste bleibt die Abwehr, auch wenn der Gegenspieler früh angenommen wird, ziehen Langenhangens Angreifer ihre Aktion bis zum Abschluss am 6-Meter durch und können in der 28-ten Minute durch Maximilian Esser zum 16:16 egalisieren. Auch wenn es bis dahin schon einige Fehlwürfe der Gäste von den Außenpositionen gegeben hat, diesmal passt der Ball von Bjarne Breitmeyer über links außen ins lange Eck, dennoch kann Söhre es nicht verhindern, gleich im Gegenzug den erneuten Ausgleich zu kassieren und man geht mit 17:17 in die Pause.
Es hätte kaum schlechter für Söhre nach dem Wiederanpfiff kommen können. Anwurf Langenhagen, im ersten Gästeangriff nach der Pause kassiert Söhre nach 30 Sekunden einen Treffer und ein noch hinten gebliebener Angreifer kann in den Pass vom Anwurf zur linken Seite rennen und gleich einen Konter draus machen. On Top trifft Langenhagen zum 20:17 durch Kevin Loh und Söhre sieht plötzlich einem 3 Tore Rückstand nach nur eineinhalb Minuten Spielzeit in der zweiten Halbzeit entgegen. Anschluss durch Julius Valentin Bartels über die Mitte, Siebenmetertreffer und Feldtor durch Julian Modrejewski, die Gäste kommen in der 35-Minute auf 21:20 ran. Nach dem 22:21 durch Bjarne Breitmeyer scheint Söhre Abwehr allerdings erst einmal eine Leistungspause eingelegt zu haben und die progressive Deckung gestaltet sich zur Einladung für die HSG Langenhagen. Entweder setzen sich die Angreifer im starken eins-gegen-eins durch oder der Kreisläufer taucht wie plötzlich aus dem Nichts völlig frei auf und kann ungefährdet zum Torerfolg kommen. Sichtlich angefressen wirft Söhres Coach nach dem 27:22 in der 43-ten Minute die grüne Karte, um seinem Team deutlich ins Gewissen zu reden. Keine Schiedsrichterdiskussionen, 120 Prozent geben, mehr Hilfe in der Deckung, keine unüberlegten Abschlüsse, die Liste der Ansatzpunkte ist für nur 50 Sekunden Coachingzeit ziemlich lang. Söhre bäumt sich nochmal auf. Anschluss Lukas Bogisch zum 27:23, Verkürzung durch Lukas Engelke vom Kreis zum 29:26 in der 49-ten Minute, Verkürzung auf zwei Tore Rückstand beim 31:29 durch Julian Modrejewski in der 55-ten Minute. Aber 10 starke Minuten, in denen Torwart Marvin Engelhart über sich herausgewachsen war, reichen nicht aus, wenn die Abwehr im Anschluss wieder Freikarten verteilt. Doppelschlag Langenhaben zum 33:29 in der 56-sten Minute und Söhres Trainer versucht mit der grünen Karte seinen letzten Trumpf im Spiel zu ziehen. Die erste Sieben auf dem Feld ist sichtbar platt, doch für die verbliebenen Minuten alternativlos. Einfach durchatmen, konzentrieren und das Gück in offener Manndeckung suchen. Anschluss zum 33:30 durch Julius Valentin Bartels, Siebenmetertor durch Julian Modrejewski, doch Langenhagens Jakob Hoff macht mit seinem 35:31 in der 58-ten Minute Söhres Hoffnungsschimmer wieder zunichte. Zeitstrafe gegen die HSG, deren Melvin Flöricke muss auf die Bank. Noch einmal können Lukas Bogisch und Jonathan Dumke in Überzahl von rechts und links außen zum 35:33 netzen und Söhres letzte Chance liegt in einer Balleroberung gleich ab dem Anwurfkreis. Das war’s, Langenhagens Kevin Loh läuft bis zum 6-Meter durch und netzt ein, am Sieg der Gastgeber kann Julian Modrejewski auch mit dem letzten Tor der Partei zum 36:34 Endstand nicht mehr rütteln.
Aufstellung: Justin Engelhardt (TW), Marvin Engelhardt (TW), Kilian Drees, Lukas Bogisch (5), Julius Valentin Bartels (6), Björn Riesen, Bjarne Breitmeyer (2), Julian Modrejewski (11, 3), Jonathan Dumke (5, 2), Moritz Fürmeier (1), Tim-Luca Kleimann, Robin Skripalle (3), Jannis Kreikenbom, Lucas Engelke (1)
UB